„Ich bin doch aktiv!“ – diesen Satz höre ich häufig.
Meine Gegenfrage lautet dann: Was verstehen Sie unter Bewegung? Und was versteht Ihr Therapeut darunter?
Denn genau hier beginnt das Missverständnis.
Bewegung ist nicht gleich Sport
Beim Thema Bewegung gibt es viele Meinungen – besonders im Trainingsbereich. Darauf möchte ich hier bewusst nicht eingehen.
Mir geht es um ein grundlegendes Verständnis von Bewegung. Was Sie daraus machen, bleibt Ihnen überlassen.
Also noch einmal die zentrale Frage:
Was ist Bewegung für Sie?
Für mich gehören dazu vor allem Alltagsbewegungen:
Gehen, Sitzen, Knien, Stehen, Rennen, Springen.
Diese Bewegungen finden sich auch in Sportarten wie Tennis, Fußball oder Golf wieder – nur strukturierter.
Bewegung heißt: Gelenke wirklich bewegen
Bewegung bedeutet für mich vor allem eines:
Gelenke werden bewegt – und zwar in ihrem möglichen Ausmaß.
Ein Beispiel: das Knie.
Es kann sich erstaunlich weit beugen. Wann haben Sie zuletzt versucht, die Ferse Richtung Gesäß zu bringen? Oder es zumindest ausprobiert? 😉
Oder die Wirbelsäule:
Klappt der Schulterblick noch? Oder zwickt und zwackt es bei bestimmten Bewegungen?
Das Ziel: Bewegungen zurückgewinnen, die Sie brauchen
Ziel ist nicht Perfektion.
Ziel ist, wieder in Bewegung zu kommen – in dem Maß, das für Sie möglich ist.
Getreu dem Motto: Use it or lose it.
Für mich als Therapeut ist dabei eine Frage entscheidend:
Warum wollen Sie sich bewegen – und welche Bewegungen brauchen Sie konkret in Ihrem Alltag?
Ein Beispiel aus der Praxis
Eine Patientin von mir wollte wieder mit ihren Enkeln spielen.
Dafür musste sie regelmäßig auf die Knie gehen und wieder aufstehen.
Dazu braucht es:
- Beweglichkeit in Hüfte und Knie
- Kraft, um diese Bewegung mehrfach ausführen zu können
Fehlt eines von beidem, bleibt man am Ende auf dem Boden sitzen – und die Enkel laufen davon.
Bewegung hat also immer einen Zweck. Und genau daran sollte sie sich orientieren.
Wie viel Bewegung ist sinnvoll?
Als grobe Orientierung empfiehlt die WHO:
- 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche
(z. B. Spazierengehen, Radfahren, Gassi gehen) - Für zusätzliche gesundheitliche Effekte: bis zu 300 Minuten pro Woche
Wichtig: Das ist kein Leistungsziel, sondern eine Richtlinie.
Ihre konkrete Aufgabe
Nehmen Sie sich einen Zettel und beobachten Sie sich eine Woche lang.
Notieren Sie:
- Welche Bewegungen machen Sie im Alltag?
- Wie viel Zeit verbringen Sie tatsächlich in Bewegung?
- Welche Bewegungen fehlen Ihnen?
Diese Ehrlichkeit ist der erste Schritt zur Veränderung.
Wie Osteopathie unterstützen kann
Schmerzen – ob im Knie, Rücken oder in der Schulter – sorgen oft dafür, dass Bewegung als Belastung erlebt wird.
Dabei ist unser Körper genau dafür gemacht: sich zu bewegen.
Als Osteopath unterstütze ich Sie dabei, Voraussetzungen für Bewegung zu schaffen:
- Spannungen lösen
- Beweglichkeit verbessern
- Bewegung wieder als etwas Positives erlebbar machen
Mal sanft, mal mit mehr Druck – immer mit dem Ziel, Freude an Bewegung zurückzugewinnen.
„Aber ich renne doch den ganzen Tag herum!“
Hier zählt nicht nur das Ob, sondern vor allem das Wie – also die Qualität der Bewegung.
Unter Stress von A nach B zu hetzen (z. B. im Krankenhaus) wird meist als belastend empfunden.
Ein bewusstes, forderndes Training hingegen hinterlässt oft Zufriedenheit oder Stolz.
Am Ende zählt eines
Bewegung soll Ihnen helfen, besser durch Ihren Alltag zu kommen.
Ein wichtiger Messwert dafür ist Schmerz – und dieser lässt sich durch gezielte Bewegung und Therapie häufig deutlich verbessern.
Liebe Grüße und frohe Bewegung 😄
Lukas Kuntz
Osteopathie ZustandMensch
